Schweinegrippe: Warnstufe 4
28.4.2009 - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf beurteilt die Lage in Mexiko als gravierend. Fälle wurden vor allem in Mexiko (>1600 Infektionen / 149 Todesfälle), aber auch in einigen Staaten der USA (40 Infektionen), in Spanien (1 Infektion), Schottland (2 Infektionen) und in Kanada (4 Infektionen) beobachtet, mögliche Fälle werden in Neuseeland, Kolumbien und Frankreich abgeklärt. Auch in der Schweiz gibt es einen Verdachtsfall, ein junger Mann liegt im Kantonsspital Baden in einem isolierten Zimmer und wartet auf die Laborbefunde.
Die WHO hat gestern Abend die Pandemie-Stufe von Drei auf Vier erhöht und Empfehlungen für Reisebeschränkungen veröffentlicht. Stufe Sechs würde den Ausbruch der Pandemie bedeuten. Das Bundesamt für Gesundheit hat eine telefonische Hotline für Fragen aus der Bevölkerung eingerichtet, verzichtet allerdings noch auf Reisewarnungen. Diese dürften im Laufe des heutigen Tages veröffentlicht werden.
Das Bundesamt für Gesundheit hat gestern Montag die Kantonsärzte und die Öffentlichkeit über die Lage informiert und Empfehlungen für die Ärzteschaft veröffentlicht. Diese Informationen sind auf der Website des BAG in Deutsch und Französisch aufgeschaltet. Verdachtsfälle von Schweinegrippe sind vom behandelnden Arzt oder Ärztin dem entsprechenden Kantonsarztamt innert zwei Stunden telefonisch zu melden. In Absprache mit dem zuständigen Kantonsarzt, der zuständigen Kantonsärztin würden bestätigte Verdachtsfälle in Spitalbehandlung verbracht.
Reisende, die vor sieben oder weniger Tagen aus den betroffenen Gebieten, insbesondere aus Mexiko City zurückgekehrt sind und Anzeichen von Grippe (schnell steigendes Fieber, akute Atemwegserkrankungen wie Husten und Niessen, Schüttelfrost, Muskel-, Gelenkund Kopfschmerzen) zeigen, sollen unverzüglich telefonisch Kontakt mit ihrem Haus- oder Notfallarzt/-ärztin oder dem Notfalldienst eines Spitals Kontakt aufnehmen.
In Mexiko werden derweil rund sechs Millionen Hygienemasken verteilt, Schulen bleiben landesweit geschlossen. In Lausanne explodierte in einem Intercity ein Behälter mit Schweinegrippe-Viren, welcher für ein Labor in Genf bestimmt gewesen wäre. Der Zug wurde für mehrere Stunden auf ein Abstellgleis gestellt. Passagiere des Bahnwagens wurden isoliert, bis sich herausstellte, dass das Virus nicht gefährlich war.
Infos: www.bag.admin.ch
Hotline: 031 322 21 00
Das Virus
Die Typisierung der isolierten Viren hat ergeben, dass es sich um ein neuartiges, bisher nicht bekanntes Influenza A-Virus des Subtyps H1N1 handelt, welches von Schweinen auf den Menschen übertragen wurde. Das neuartige Virus beinhaltet Gensegmente unterschiedlicher Herkunft: Schweine-Influenza nordamerikanischer und euroasiatischer Herkunft; aviäre Influenza nordamerikanischer Herkunft, sowie humane Influenza euroasiatischer Herkunft. Übertragung: Das Virus wird durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen) oder via kontaminierte Oberflächen (insbesondere Hände) von Mensch-zu-Mensch übertragen. Resistenzen gegenüber antiviralen Medikamenten: Die untersuchten Viren sind gegenüber den M2-Hemmern (Amantadin und Rimantadin) resistent, nicht aber gegenüber den Neuraminidasehemmern (Oseltamivir und Zanamivir). Inwieweit der saisonale Grippeimpfstoff (2008/2009) kreuzreaktiv (=wirksam) gegenüber diesem neuartigen A/H1N1-Stamm ist, ist noch nicht geklärt. Die WHO ist zusammen mit Experten daran, diese Frage zu klären.
Die Symptome
Akute Atemwegserkrankung mit plötzlichem Fieberanstieg ≥38° C*. Typisch für Grippe sind auch Schüttelfrost, Muskel-, Kopf- oder Gelenkschmerzen. Manche Patienten leiden zudem unter Müdigkeit, Appetitlosigkeit, trockenem Husten, Schnupfen, Halsschmerzen. Bei Kleinkindern können zusätzlich auch Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall auftreten. Insbesondere bei älteren Personen kann Fieber fehlen. Über die Gefährlichkeit der Krankheit, wie auch über die Todesfallraten oder die Verteilung der Fälle auf bestimmte Altersgruppen kann bislang noch wenig gesagt werden. Es werden von der WHO und den nationalen Gesundheitsbehörden von Mexiko und den USA laufend Daten zur Epidemiologie und zur Krankheit gesammelt und ausgewertet.
Präventive Massnahmen
Die drohende Schweinegrippe trifft die Schweizer Spitäler nicht unvorbereitet. Sie haben vor zwei Jahren, als die Vogelgrippe für Unruhe sorgte, Konzepte ausgearbeitet. Diese dienen nun als Basis für aktuelle Massnahmen, auch wenn es laut Bitterlin gewisse medizinische Unterschiede zur Vogelgrippe gibt. Beim Inselspital Bern laufen die Vorbereitungen auf die Schweinegrippe ebenfalls gemäss den vorhandenen Massnahmenplänen der Vogelgrippe. «Wir sind gewappnet», sagt Sprecher Markus Hächler. So seien heute den Verantwortlichen nochmals die Abläufe der Pandemiepläne in Erinnerung gerufen worden.
Im Ernstfall
1. Das Virus wird von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen. Im Falle einer Pandemie Menschenansammlungen und Körperkontakt meiden.
2. Hygiene ist wichtig! Noch häufiger Händewaschen als gewohnt!
3. Kontakt der Hände mit Augen, Nase und Mund möglichst vermeiden.
4. Hygienemasken: Reduzieren die Ansteckungsgefahr zwar, schützen aber nicht vollständig.
5. Beim Niesen den Nasenraum vollständig mit einem Taschentuch umschliessen.
6. Falls man Symptome zeigt: Sofort zum Arzt gehen und den Kontakt mit Mitmenschen meiden.
Die WHO hat gestern Abend die Pandemie-Stufe von Drei auf Vier erhöht und Empfehlungen für Reisebeschränkungen veröffentlicht. Stufe Sechs würde den Ausbruch der Pandemie bedeuten. Das Bundesamt für Gesundheit hat eine telefonische Hotline für Fragen aus der Bevölkerung eingerichtet, verzichtet allerdings noch auf Reisewarnungen. Diese dürften im Laufe des heutigen Tages veröffentlicht werden.
Das Bundesamt für Gesundheit hat gestern Montag die Kantonsärzte und die Öffentlichkeit über die Lage informiert und Empfehlungen für die Ärzteschaft veröffentlicht. Diese Informationen sind auf der Website des BAG in Deutsch und Französisch aufgeschaltet. Verdachtsfälle von Schweinegrippe sind vom behandelnden Arzt oder Ärztin dem entsprechenden Kantonsarztamt innert zwei Stunden telefonisch zu melden. In Absprache mit dem zuständigen Kantonsarzt, der zuständigen Kantonsärztin würden bestätigte Verdachtsfälle in Spitalbehandlung verbracht.
Reisende, die vor sieben oder weniger Tagen aus den betroffenen Gebieten, insbesondere aus Mexiko City zurückgekehrt sind und Anzeichen von Grippe (schnell steigendes Fieber, akute Atemwegserkrankungen wie Husten und Niessen, Schüttelfrost, Muskel-, Gelenkund Kopfschmerzen) zeigen, sollen unverzüglich telefonisch Kontakt mit ihrem Haus- oder Notfallarzt/-ärztin oder dem Notfalldienst eines Spitals Kontakt aufnehmen.
In Mexiko werden derweil rund sechs Millionen Hygienemasken verteilt, Schulen bleiben landesweit geschlossen. In Lausanne explodierte in einem Intercity ein Behälter mit Schweinegrippe-Viren, welcher für ein Labor in Genf bestimmt gewesen wäre. Der Zug wurde für mehrere Stunden auf ein Abstellgleis gestellt. Passagiere des Bahnwagens wurden isoliert, bis sich herausstellte, dass das Virus nicht gefährlich war.
Infos: www.bag.admin.ch
Hotline: 031 322 21 00
Das Virus
Die Typisierung der isolierten Viren hat ergeben, dass es sich um ein neuartiges, bisher nicht bekanntes Influenza A-Virus des Subtyps H1N1 handelt, welches von Schweinen auf den Menschen übertragen wurde. Das neuartige Virus beinhaltet Gensegmente unterschiedlicher Herkunft: Schweine-Influenza nordamerikanischer und euroasiatischer Herkunft; aviäre Influenza nordamerikanischer Herkunft, sowie humane Influenza euroasiatischer Herkunft. Übertragung: Das Virus wird durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen) oder via kontaminierte Oberflächen (insbesondere Hände) von Mensch-zu-Mensch übertragen. Resistenzen gegenüber antiviralen Medikamenten: Die untersuchten Viren sind gegenüber den M2-Hemmern (Amantadin und Rimantadin) resistent, nicht aber gegenüber den Neuraminidasehemmern (Oseltamivir und Zanamivir). Inwieweit der saisonale Grippeimpfstoff (2008/2009) kreuzreaktiv (=wirksam) gegenüber diesem neuartigen A/H1N1-Stamm ist, ist noch nicht geklärt. Die WHO ist zusammen mit Experten daran, diese Frage zu klären.
Die Symptome
Akute Atemwegserkrankung mit plötzlichem Fieberanstieg ≥38° C*. Typisch für Grippe sind auch Schüttelfrost, Muskel-, Kopf- oder Gelenkschmerzen. Manche Patienten leiden zudem unter Müdigkeit, Appetitlosigkeit, trockenem Husten, Schnupfen, Halsschmerzen. Bei Kleinkindern können zusätzlich auch Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall auftreten. Insbesondere bei älteren Personen kann Fieber fehlen. Über die Gefährlichkeit der Krankheit, wie auch über die Todesfallraten oder die Verteilung der Fälle auf bestimmte Altersgruppen kann bislang noch wenig gesagt werden. Es werden von der WHO und den nationalen Gesundheitsbehörden von Mexiko und den USA laufend Daten zur Epidemiologie und zur Krankheit gesammelt und ausgewertet.
Präventive Massnahmen
Die drohende Schweinegrippe trifft die Schweizer Spitäler nicht unvorbereitet. Sie haben vor zwei Jahren, als die Vogelgrippe für Unruhe sorgte, Konzepte ausgearbeitet. Diese dienen nun als Basis für aktuelle Massnahmen, auch wenn es laut Bitterlin gewisse medizinische Unterschiede zur Vogelgrippe gibt. Beim Inselspital Bern laufen die Vorbereitungen auf die Schweinegrippe ebenfalls gemäss den vorhandenen Massnahmenplänen der Vogelgrippe. «Wir sind gewappnet», sagt Sprecher Markus Hächler. So seien heute den Verantwortlichen nochmals die Abläufe der Pandemiepläne in Erinnerung gerufen worden.
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3. Kontakt der Hände mit Augen, Nase und Mund möglichst vermeiden.
4. Hygienemasken: Reduzieren die Ansteckungsgefahr zwar, schützen aber nicht vollständig.
5. Beim Niesen den Nasenraum vollständig mit einem Taschentuch umschliessen.
6. Falls man Symptome zeigt: Sofort zum Arzt gehen und den Kontakt mit Mitmenschen meiden.
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